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Die Verbandsschweißprüfung (VSwP) und die jagliche Prüfung nach den Schuß (PnS)


Am 21.07.2012 fand bei Wiesenfelden die Verbandsschweißprüfung (VSwP) des JGV-Niederbayern-Rottal e.V. statt. 20 Stunden Stehzeit und 1000m Länge. Keine leichte Aufgabe für Hund und Hundeführer. Aber zwei Teams aus den Reihen der Retriever stellten sich der Herausforderung. Manfred Graßl mit E.T. Hunter von Heveser Hoff (LR/R) und Monika Haberzeth mit Enya Golden Sunshine v. Abensberg-Traun (GR/H).

Die Fährten waren schon am Vortag gelegt worden, um die 20 Stunden Stehzeit einzuhalten. So konnte es in den frühen Morgenstunden auch gleich losgehen. Manfred Graßl ging als erster an den Start. Es war schön seinem Hund bei der Arbeit zuzusehen. Der Hund war mit seiner Nase auf der Fährte, Hundeführer und Richter schnellen Schrittes hinter ihm her. Ergebnis war, E.T. Hunter von Heveser Hoff lief die Schweißfährte in einer guten ¼ Stunde. Das war natürlich eine sehr gute Vorlage für das folgende Team. Nächste Starterin war Monika Haberzeth mit Enya Golden Sunshine v. Abensberg-Traun (GR/H). Man muss aber an dieser Stelle fairerweise sagen, sie startete an diesem Tag auf gut Glück.

Hier die Vorgeschichte dazu.

Ungefähr 14 Tage vor dieser Prüfung, legte ich für Monika und Enya Golden Sunshine v. Abensberg-Traun, Rufname Emilie, die wie wir dachten, die letzte Schweißfährte vor der Prüfung sein sollte. Was wir an dieser Stelle noch nicht wussten, dass diese Schweißfährte alles verändern würde. Um Monika die Möglichkeit zu nehmen, sich an Markierungen zu orientieren, brachte ich diese an der Rückseite der Bäume an.

Am nächsten Tag ging es dann los. Monika setzte Emilie an und sie arbeitete wie immer zuverlässig und sicher. Ich ging hinterher und suchte meine Markierungen. Aber nach kurzer Zeit hatte ich dann schon meine Probleme, dass ich diese irgendwie nicht mehr finden konnte. Irgendwann fragte mich dann Monika, ob wir denn noch richtig seien und ich sagte nein, da ich ja keine Markierungen mehr finden konnte. Monika vertraute mir und korrigierte daraufhin ihren Hund, der aber leider, wie sich später herausstellen sollte, richtig war. Durch diese Aktion wurde Emilie total verunsichert und wusste nicht, was Sie denn falsch gemacht habe. Etwas später fand ich die Markierungen wieder und es ging weiter, aber leider nicht lange, denn das gleiche Problem hatten wir an einer anderen Stelle nochmal. Dazu kam leider auch noch, dass hier eine Verleitung mit einer frischen Wildfährte war. Nachdem Emilie jetzt wieder zu Unrecht einen Tadel bekam, war es ganz vorbei. Sie wusste nicht mehr, was sie tun sollte und orientierte sich fortan nur noch an den Richtungswechseln von Monika. Dieses nun 14 Tage vor der Prüfung. Da Emilie zudem ein sehr sensibler Hund ist, der das nicht so leicht wegstecken kann, ist es nicht mehr gelungen, sie in der kurzen Zeit auf ihren alten Stand zu bringen.

Monika startete aber trotzdem bei der VSwP, auch wenn Sie sich keine großen Chancen ausmalte. Und wie befürchtet, war nach ca. 450 Metern Schluss und die Prüfung nicht bestanden.

Nach der VSwP ging es nun am 22.07.2012 weiter mit der Prüfung nach dem Schuss (PnS). Monika Haberzeth mit Emilie machte bei dieser Prüfung auch mit, war aber, durch das Scheitern am Schweiß schon vorab ausgeschieden. Sie stellte sich ebenso den schwierigen Aufgaben wie einer 600m-Haarwildschleppe, dem Verlorenbringen von zwei Stück Federwild auf einfacher Schrotschussentfernung und doppelter Schrotschussentfernung, Verhalten am Stand während eines Waldtreibens mit anschließendem Verlorenbringen von Niederwild in einer Brombeerdickung, Verlorenbringen von Federwild aus einem Gewässer sowie dem Einweisen über ein Gewässer auf eine Schleppspur und bringen des Federwildes.

Manfred Graßl mit E.T. Hunter von Heveser Hoff (LR/R) ging auch in allen Disziplinen als Meister aller Klassen hervor und holte sich die maximale Punktzahl von 180 Punkten (I. Preis). Monika Haberzeth und Emilie hielten gut dagegen!!! Erreichten von 140 möglichen Punkten 135 Punkte (Prüfungsfächer 2-9). Somit hätten Sie die PNS mit fast voller Punktzahl bestanden. In dieser Situation war es nun umso bitterer, dass die VSwP nicht geklappt hat. Dennoch wird Emilie den Richtern noch sehr lange in Erinnerung bleiben!!! Fach 5 Verlorenbringen 1 Ente. Emilie wurde ca. 60 m übers Wassers ins gegenüberliegende Schilf geschickt, sie ging punktgenau und dann hörte man schon die lebenden Enten. Emilie drückte die Enten, wie es sich für einen Jagdhund gehört, heraus und ging hinterher. Dann rief ihr Monika zu „ Emilie nicht die lebende Ente, die haben keine Schusszeit“ (Emilie wurde bereits hinter der lebend Ente geprüft mit Höchstpunktzahl), Emilie überlegte kurz und nahm die Richtung von Monika an, ging zurück ins Schilf und suchte die tote Ente. Absolutes Staunen!!!!

3 Hunde waren gemeldet, leider konnte nur 1 Hund bestehen.

Bei der späteren Urkunden- und Pokalverleihung in der Gaststätte, erwischte es Monika emotional! Der Suchensieger mit Höchstpunktzahl Manfred Graßl bedankte sich bei Ihr vor versammelter Mannschaft, für die Hilfe und Unterstützung und überreichte Ihr das silberne Eichenblatt (Ansteckknadel) als Anerkennung!! Diese Geste kam von Herzen und genau da traff es auch!! Daraufhin musste Sie kurzzeitig das Lokal verlassen um Ihren Tränen freien Lauf zu lassen!

An dieser Stelle möchten wir Manfred Graßl und seinem Labrador - Rüden E.T. Hunter von Heveser Hoff ganz herzlich zu den beiden bestandenen Prüfungen gratulieren.

Ein großer Dank geht auch an die Richter des JGHV für eine schöne und faire Prüfung.

Vergelt ´s Gott an Manfred Graßl für die Organisation der Prüfung inklusive des Prüfungsgebietes. Es ist schon ein enormer Aufwand, so eine Prüfung zu organisieren.

Ich, von meiner Seite möchte mich bei Monika nochmal aus tiefsten Herzen entschuldigen, auch wenn mir bewusst ist, dass sich dadurch nichts mehr ändern wird.



Bericht: Bernd Lanzl


Bericht vom JGV- Niederbayern