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VPS beim JGV Niederbayern-Rottal e.V. am 24.09.2011 oder Auszug aus dem Leben eines Jagdhundes



Hallo Ihr Lieben, ich bin Nugget vom Lech-Toller Nest und ich werde euch heute mal die Wahrheit über einen Tag in meinem Leben erzählen. Eigentlich wollte dies mein Boss Barbara Fischer tun, aber sie beschreibt immer alles falsch.

Los geht’s:

Früh morgens und es ist noch dunkel, Frauchen rennt wie eine Verrückte durch mein ganzes Haus und murmelt ständig was von: ”Hab ich alles eingepackt, Gewehr, Munition, Ahnentafel, Wasser, Schleppwild,...?”

Und als ich gerade noch ne Runde schlafen will geht es ab in Auto. Frauchen wirkt irgendwie gestresst, was sie nur wieder hat, ich bin doch dabei, kann ihr doch nichts passieren.

Einige Zeit später, die Chefin war in einem gut riechenden Haus, Gaststätte nennt ihr Zweibeiner das, (übringens auch meins, das Haus) verschwunden und kommt mit ein paar anderen, zum Teil auch etwas nervös wirkenden Menschen zurück.

Wir fahren ein Stück und jetzt endlich treffe ich mal Hundkollegen von mir, nämlich den Labrador Rüden E.T. Hunter vom Heveser Hoff mit Chef Manfred Grassl, meine geliebte Golden Retriever Hündin Enya Gold. Sunshine v. Abensberg T., genannt Emilie, mit Anhang Monika Haberzeth und Giulia von den Entenkoje, eine Labrador Hündin, mit Frauchen Dr. Gudrun Wieland.

Ausser den eben Erwähnten laufen noch ein paar entspannte Zweibeiner rum, alle mit Schreibutensilien ausgestattet, und unsere Führer schauen ganz demütig zu denen auf. Komisch eigentlich, ich dachte immer, dass sich unsere Chefs von Niemandem etwas sagen lassen, von uns zumindest nicht...

Sie murmeln was von Schweißfährte. Nacheinander verschwinden alle im Wald und kommen nach einiger Zeit zurück, jeder Mensch und jeder Hund hat einen Teil von einem Baum mit dabei. Auch Frauli schickt mich an der langen Leine los, hmmm, hier riecht es aber toll nach Blut und auch nach vielen anderen Dingen, aber ich glaube ich muss der Spur folgen, die mir gezeigt worden ist. Also gut, dann mach ich das eben. Als die Spur dann aufhört liegt da was am Boden. Seltsam, riecht irgendwie anders als die Spur, aber auch gut. Leider darf ich das nicht haben und sie testen mich sogar noch aus ob ich es wirklich nicht nehme. Stellen sich alle hinter einen Baum, als ob ich doof wäre und das nicht mitkriegen würde. Zum Dank, dass ich so brav bin, krieg ich ein bisschen Wurst von Frauli und auch nen grünen Zweig.

Wie ich erfahre, lief es bei meinen Hundefreunden alles genauso ab.

Und nun passiert etwas, was ich niemals verstehen werde. Von den Zweibeinern, die keine Hunde mit haben, verschwindet immer wieder einer im Wald (später dann auch auf der Wiese) und nimmt entweder eine Ente, ein Kanickel oder nen Fuchs mit.

Scheinbar verlaufen sie sich aber und verlieren unterwegs auch noch die leckeren Dinge. Zum Glück haben sie uns dabei. Wir wechseln uns ab,bringen die Sachen alle zurück und so wie es aussieht folgen die Menschen unserer Spur und finden so den Rest der Gruppe auch wieder.

Nächster Programmpunkt (wie ihr seht, läuft das alles ziemlich geregelt ab, scheint demnach wichtig zu sein): wir müssen uns am Waldrand hinlegen. Plötzlich machen die Zweibeiner einen riesen Lärm vor unseren Nasen und schießen wie wild durch die Gegend. Treffen tun sie aber nichts und wir dürfen nicht mal nachgucken. Sie sprechen von Standtreiben und Gehorsam und brav wie wir sind, tun wir eben das, was unsere Chefs von uns verlangen.

Jetzt gehts zurück ins Auto, fahren wir heim? Nein, ich rieche Wasser...und muss erst mal warten. Nach und nach dürfen wir alle über das Wasser ins Schilf schwimmen, boah, riecht es hier schon wieder toll. Leider werden wir alle nach viel zu kurzer Zeit zurück beordert. Und schon schmeißen die Menschen eine Ente ins Wasser und schießen dann drauf, währen wir schon unterwegs sind um sie zu holen. Versteh ich nicht, ausserdem war sie doch schon tot.

Meine Kumpels und ich erledigen die Aufgabe alle mit Bravour.

Super ich darf schon wieder ins Schilf und finde auch was, zuerst einen der Richter (mittlerweise weiß ich, wie die mit den Schreibsachen heißen), der seltsamerweise gar nicht nass ist, und dann eine tote Ente, die ich brav an Frauchen abgebe.

Wieder am Wald angelangt: wir sollen vor unseren Menschen herlaufen und suchen, sie nennen das Buschieren. Dann schießen sie einfach obwohl wir gar nichts gefunden haben und so gehen wir mit leeren Mäulern zurück.

Die Chefs reden was von ”jetzt ist es bald geschafft, nur noch St&öuml;bern”. Hab ich das richtig gehört? Oh ja, ich darf durch den Wald sausen, komischerweise stehen an den Rändern schon wieder die Richter und schreien auch noch, wenn sie mich sehen.

Wie bitte soll ich da was finden bei dem Lärm?

Meinen Vierbeinigen Kollegen ergeht es genauso, aber wir haben mittlerweile aufgegeben uns darüber zu wundern. Doppelpfiff, ich muss zurück und jetzt spinnt mein Frauchen total. Obwohl ich gar nichts gefunden habe und auch nichts mitgebracht habe, stopft sie mich mit Wurst voll und hüpft durch die Gegend. Überhaupt lachen plötzlich alle wieder (naja eine weint, aber mein Gefühl sagt mir, dass es Freudentränen sind), schütteln sich die Hände und wirken sehr entspannt.

Die Richter sind auch wieder aufgetaucht, zum Glück, es wird schon langsam dunkel. Nicht, dass wir die auch noch suchen müssen.

Ich bin nun doch müde, war ein anstrengender Tag, sagen alle meine Kumpels auch. Unsere Chefs kriegen anschließend noch eine Urkunde und eine Plakette überreicht. Als Geschenk nimmt Frauli einen großen Rucksack mit. Der ist bestimmt für mein Fressen gedacht, wenn wir mal wieder so lange unterwegs sind.

So, das war es von meiner Seite, Frauchen will auch noch was sagen. Ich hoffe ihr versteht jetzt, dass wir es nicht immer leicht mit euch haben.

Am Computer nun die Chefin selbst: Ich möchte mich im Namen aller Hundeführer für die gelungene VPS beim JGV Niederbayern -Rottal e.V. recht herzlich bedanken. Es war ein anstrengender Tag für alle, der jedoch aufgrund der netten und familiären Atmosphäre sehr gut erträglich war.

Ein besonderer Dank gilt natürlich den Richtern, die uns bzw. unsere Hunde sehr fair bewertet haben und die uns in unserer Nervosität mit aufmunternden Worten zur Seite standen.

Ein großes Vergelt`s Gott auch an alle Helfer und Organisatoren dieses Tages, an den Revierinhaber Manfred Grassl und an alle, die uns während der Vorbereitung auf diese Prüfung unterstützt haben.

Alle vier teilnehmenden Hunde haben die VPS bestanden, Suchensieger mit einem hervorragendem Ergebnis wurde E.T. Hunter vom Heveser Hoff mit seinem Führer Manfred Grassl.

Und nun üben wir für die nächste Prüfung!


Barbara Fischer mit Nugget vom Lech-Toller Nest

Hallo, hier ist wieder euer Nugget vom Lech-Toller Nest. So doof wie ich dachte, seid ihr Zweibeiner doch nicht. Bin von euch drauf aufmerksam gemacht worden, dass ich bei meinen Schilderungen doch glatt was vergessen habe. Und das passiert mir, dem Prinzen vom Sommertshof und bald alleiniger Weltherrscher.

Aber naja, eigentlich wollte ich euch nur austesten, ob euch das überhaupt auffällt, damit das mal klar ist.

Es gab für uns Hunde an besagtem Tag noch ein Fach zu bewältigen. Stöbern mit lebender Ente und das ist absolut genial, der Oberhammer, Wahnsinn,....

Für Diejenigen unter euch, die sich nicht so gut auskennen wie ich, erklär ich das mal kurz:

Eine lebende Ente wird ins Wasser gelassen (wir Hunde dürfen natürlich nicht zuschauen) und ins Schilf verscheucht. Wenn sie verschwunden ist, müssen wir hinterher, was aufgrund unserer Supernasen natürlich kein Problem ist, wir riechen, wo sie entlang geschwommen ist. Und dann stöbern wir so lange im Schilf bis wir sie finden. Wenn es eine Schneckenente (so heißen bei uns die langsamen Enten) ist, dann fangen wir sie gleich und bringen sie lebend zurück, ansonsten versuchen wir, sie aus dem Schilf zu treiben, damit sie irgendwer schießen kann. Manchmal gibt es auch Turboenten, die sind so schnell, dass wir sie gar nicht mehr finden. Leider ging es uns Hunden an diesem Prüfungstag fast allen so. Aber wir haben nicht aufgegeben zu suchen. Wir waren alle so beschäftigt, dass wir nicht mal mehr die Pfiffe unserer Herrchen gehört haben, weil wir so weit weg waren. Könnt ihr euch das vorstellen? Und das obwohl wir doch so gute Ohren haben. Irgendwann ist es dann doch zu uns durchgedrungen, dass wir wieder zurück kommen sollen- ach Menno- und die Herren Richter waren begeistert von unserer Passion und das wir zum Teil noch besser arbeiten würden als deren eigene Hunde. Die haben übrigens ganz andere Hunde wie wir es sind. Müssen alles ältere Herren mit Bart sein, die Menschen nennen sie aber Drahthaar.

Naja, zurück zur nicht gefundenen Ente: beim Zurückschwimmen lag da plötzlich ne tote Ente im Wasser (hatten wir die vorher übersehen? kann doch gar nicht sein!!!), die wir natürlich brav mitgenommen haben. Besser als gar nichts oder was meint ihr?.

So jetzt wisst ihr aber wirklich alles und ich muss mich nun wieder um meinen Weltherrschaftsplan kümmern.

Bis bald, in diesem Sinne,euer Nugget (und dass Frauchen Zwergengesichtenbär zu mir sagt, werd ich ihr schon noch austreiben!)