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27.04.2014 Deutsche Meisterschaft der Retriever-Hunde

Auf der Spur der blauen Wurst Sulzbach-Rosenberg/Königstein.

(ge) Die drei Hunde starren gebannt in eine Richtung: Ihre Körper stehen komplett unter Spannung. Dann kommt der Befehl - einer von ihnen darf starten. Er saust 150 Meter voran und erledigt seine Aufgabe mit Bravour.

Wenn er auch noch die anderen neun "working tests"mit bester Punktzahl schafft, darf er zur Europameisterschaft.

Wie ein Pfeil von der Sehne schnellt der Hund Richtung Aufgabengebiet. Die Vierbeiner zeigten sich voll bei der Sache. Bild: Gebhardt

Bei Königstein lief am Wochenende der German Cup des Deutschen Retriever-Clubs, die Krone der Hundeausbildung dieser Rasse und eine offene Deutsche Meisterschaft. Man hörte Pfeifen, Kommandos, aber keinen einzigen "Beller" in den Wäldern der Bayerischen Staatsforsten...

Internationale Teilnehmer

Bei 120 kernigen Hunden im Wald geht das auch gar nicht anders: Die Vierbeiner sind äußerst diszipliniert, durch ihre jahrelange Ausbildung, gelehrig, eng an ihre Frauchen oder Herrchen gebunden.

Beim German Cup 2014, ausgerichtet von der Landesgruppe Süd, handelt es sich um die Deutsche Team-Meisterschaft. Sie bildet die Zugangsberechtigung für den IWT 2014, den "International Working Test" in Dänemark. Ein Team besteht aus drei Hundeführern mit ihren Begleitern und findet sich zwanglos zusammen vor dem Wettkampf. Gemeinsam durchläuft man dann die zehn Stationen. In den Wäldern und Wiesen bei Funkenreuth gab es am Samstag sechs und am Sonntag nochmal vier solcher Punkte, an denen die Schiedsrichter aus England, Italien und Deutschland ihre Aufgaben stellten.

Aufgaben perfekt gelöst

Und die sahen beispielsweise so aus: Ein "Treiber" simuliert das Aufstöbern von Wild, dann krachen Schüsse. Der erste Hund startet und findet den geworfenen "Dummy", eine dicke, blaue Stoff-Wurst. Er bringt ihn selbstständig zurück zu seinem "Chef". Der zweite Hund muss schon einen Zaun überwinden, um die Beute zu entdecken, der dritte gar in den Wald hinein und das im Versteck abgelegte Teil enttarnen.

Das Besondere dabei: Der Hundeführer dirigiert den Vierbeiner nur durch Signalpfiffe und Armgesten: "Voran", "Halt!", "Rechts!", "Suchen!" etc. Je weniger Kommandos nötig sind, desto mehr Punkte gibt es. Tieferer Sinn dieses Tuns ist die Ausbildung zum perfekten Jagdhund, der Beute selbstständig zielgerichtet sucht, findet und dem Jäger bringt.

Jahrelanges Training

Andere Retriever wurden 200 Meter über die Wiese geschickt, dann in den Wald oder eine Buschgruppe "ferngesteuert" - sie alle fanden die Dummys, weil die Hundeführer die richtigen Zeichen gaben und die Vierbeiner selbst in jahrelangem Training gelernt hatten, alles richtig zu machen: enges Zusammenspiel von Mensch und Hund in Perfektion, ruhig, aber bestimmt demonstriert. 40 Teams mit je drei Hunden hatten sich für Königstein angemeldet, sie alle müssen die sogenannte Offene Klasse erfolgreich absolviert haben. Die Golden Retriever bildeten den Hauptbestandteil der 120 Vierbeiner, aber auch Labradors, Chesapeake-Bay- und Flat-Coated-Retriever fanden sich in der Schar.

Aus ganz Deutschland, österreich, Ungarn, der Schweiz und den Niederlanden reisten die Fans der Retriever-Rasse an, sie wurden nicht enttäuscht: Die Landesgruppe Süd hatte alle untergebracht für die Nacht, sorgte für Verpflegung tagsüber, und am Samstag gab es einen gemeinsamen Abend an der Maximiliansgrotte.

Bis zum Bayern-Cup

Nicole Gräfin von Spee, Vorsitzende des 13 000-Mitglieder-Clubs, brachte mit ihrem 30-köpfigen Team die beiden Tage perfekt über die Bühne bis zur Siegerehrung am Sonntagnachmittag.

Drei Teams schafften die Qualifizierung für die Europameisterschaft in Dänemark. Das freute auch Klaus Bichlmaier, der als örtlicher Organisator viel Arbeit mit dem Cup hatte. Im Juni organisiert er mit der Landesgruppe Süd dann wieder den Bavarian Lions Cup in der Wagensaß: Dann können sich weitere Gespanne qualifizieren für die internationalen Deutschen Meisterschaften!

Zeitungsbericht