Home > Berichte >  BHPAnschuss-Seminar mit Toni Schuierer am 27.04.2013 in Bodenw;ouml&hr des Deutscher Retriever Club e. V. - BZG Oberpfalz-Niederbayern 2013

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Im Dienst der Kreatur - Anschuss-Seminar mit Toni Schuierer am 27.04.2013 in Bodenwöhr

Am 27.04.2013 trafen wir uns im Bayerischen Staatsforst in Bodenwöhr zu einem Anschuss-Seminar mit Toni Schuierer, Jagdscheininhaber seit über 40 Jahren und bestätigter BGS-Nachsuchenführer mit über 1200 Nachsuchen.

Im Revier von Monika und Klaus Haberzeth wurden die Teilnehmer zunächst theoretisch in die Kunst des Nachsuchens eingewiesen. Anhand einiger anatomischer Tafeln des Schwarz- und Rehwilds wurden die einzelnen Schüsse und die daraus resultierenden Pirschzeichen besprochen.

Dabei wies Herr Schuierer eindringlich darauf hin, dass man Gebrech- und Äserschüsse aufgrund des qualvollen Verendens der Kreaturen auf jeden Fall dringlichst vermeiden sollte.

In Vorbereitung für die Nachsuche schlug uns Toni Schuierer folgende Strategie vor: Zuerst macht man sich mit dem bloßen Auge auf die Suche nach Pirschzeichen, dort, wo man den Anschuss vermutet.

Dabei ist wichtig, dass man den Schweiß genau auf seine Bestandteile hin untersucht, da dies sehr viele Rückschlüsse auf den Anschuss gibt. Blasiger Schweiß deutet z.B. auf Lungenschuss hin, während fettiger Schweiß auf Knochenmarksbestandteile hinweist und somit auf einen etwaigen Laufschuss. Durch ein angefeuchtetes Papiertaschentuch, das man an der Stelle des vermuteten Anschusses auf den Boden drückt, können weitere Schweißspuren identifiziert werden. Als nächstes soll man den Schweiß probieren. Der Schweiß, der aus einem Laufschuss resultiert ist meist geschmacksneutral während vor allem Leber und Milzschweiß strenger im Geschmack sind. Herr Schuierer betonte, dass man sich neben Knochensplittern auch die Haarreste genau anschauen soll, um herauszufinden, ob es sich um Risshaar oder Schnitthaar handelt, was wiederum Aufschluss darüber gibt, wo das Stück von der Kugel getroffen worden ist. Desweiteren empfahl Toni Schuierer, dass man alle Pirschzeichen mit nach Hause nehmen sollte, um sie sich vor Beginn der Nachsuche nochmal genau anzuschauen.

Nach diesen hilfreichen theoretischen Tipps folgte die Praxis.

Die Seminarteilnehmer hatten die Gelegenheit sowohl bereits am Vortag präparierte Anschüsse auf Fallrehwild als auch während des Seminars simulierte Anschüsse zu untersuchen.

Es wurden Kammer-, Lauf-, Äser- und Waidwundschuss simuliert. Anhand der gefundenen Pirschzeichen erläuterte Herr Schuierer jeden Anschuss. Für uns als Jungjägerinnen war es besonders beeindruckend, wie man mit Hilfe der Schusszeichen rekonstruieren kann, wo der Schütze bei der Schussabgabe gestanden hat und wie und wo das Stück Wild von der Kugel getroffen worden ist.

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Am Ende des Seminars waren sich alle Teilnehmer- vom Jungjäger bis zum langjährig erfahrenen Jäger- einig, dass dieses Seminar ihr Jagdwissen bereichert und viele wertvolle, praktische Tipps für die Anschuss-Untersuchung geliefert hat.

Toni Schuierer gab auch viele wertvolle Trainingstipps für Führer noch junger, unerfahrener Hunde. F;uuml&r das sogenannte Vorsuchen legt der Hundeführer am Vortag auf einer circa 30 x 30 m großen Fläche mit Bewuchs ein paar Pirschzeichen, wie Schnitthaare, kleinere Stücke einer Rehdecke oder ähnliches aus.

Am nächsten Tag betritt man dann mit dem Hund das Areal und lässt ihn gegen den Wind suchen. Herr Schuierer betonte, dass Retriever aufgrund ihrer hervorragenden Nase sehr gut für den Einsatz bei Nachsuchen geeignet sind.

An dieser Stelle möchten wir uns recht herzlich bei unserem Referenten Toni Schuierer für das gelungene Seminar bedanken. Es war sehr schade, dass sich trotz frühzeitiger Ausschreibung nicht mehr Teilnehmer für diese tolle Veranstaltung angemeldet haben.

Unser gebührender Dank gilt außerdem den beiden Sonderleitern Monika Haberzeth und Bernd Lanzl, die dieses Seminar perfekt organisiert haben und dafür sorgten, dass es trotz niedriger Teilnehmerzahl stattfinden konnte.

Vielen Dank auch an Klaus Haberzeth für seine Hilfe bei den Vorbereitungen. Besten Dank auch den Bayerischen Staatsforsten sowie Monika und Klaus Haberzeth für die Zurverfügungstellung des Forstes beziehungsweise des Reviers.


Monika Neudecker mit GR/H Magic Golden Racy-Roxana und

Maya Fürstenau-Sharp mit LR/R Linamia´s Drink and Run

Dank und Kritik!

Ich möchte allen Teilnehmern des Anschuss-Seminars nochmals ganz herzlich für Ihr Interesse an dieser Veranstaltung danken!

Auch nochmal ein herzliches Dankeschön an Anton Schuierer, der sich enorm ins Zeug legte, an diesem Tag möglichst viel an Wissen zu vermitteln.

Mein Dank geht auch an die Bayerischen Staatsforsten für die freundliche Unterstützung um solche Veranstaltungen durchführen zu können. Natürlich nicht zu vergessen sind die 2. Sonderleiterin Monika Haberzeth und Klaus Haberzeth, die gemeinsam mit mir viel Zeit und Arbeit investiert und außerdem auch noch Ihr Revier zur Verfügung gestellt haben, damit diese Veranstaltung ein voller Erfolg werden konnte.

Die Wichtigkeit solcher Seminare bestätigte uns an diesem Tag auch der liebe Gott. Trotz einer Regenwahrscheinlichkeit von 80%, laut Wetterbericht vom Vortag, traf uns an diesem Tag kein einziger Tropfen.

Wir hätten allerdings mit etwas mehr Resonanz für solche Veranstaltungen gerechnet.

Das Wild mit möglichst wenig Schmerzen zur Stecke bringen, sollte für jeden Jäger das Wichtigste sein. Dazu muss man die Schusszeichen aber auch lesen und deuten können, was, wie wir beim Seminar erfahren konnten, nicht so einfach ist.

Tiere sind Lebewesen und keine Zielscheiben. Ein schlechter Schuss auf eine Zielscheibe spielt keine Rolle, aber bei einem Tier verursacht er sehr große Schmerzen.


Jeder weiß, wie sehr ein Zahn schmerzen kann, welche Schmerzen mögen das erst bei einem Äserschuss sein!


Waidmanns-Heil!

Sonderleiter

Bernd Lanzl